Erfahrungsbericht von Martin:

 

 

 

Ich möchte hier mal meine Erfahrungen aus 10 Jahren Marauder (Erstzulassung 16.05.1997) schildern.

Damals habe ich dieses Motorrad gewählt, weil es mir mit Abstand am Besten gefiel ( und auch heute noch gefällt) und für meine Vorstellungen das beste Gesamtpaket darstellte. Und ich habe die Kaufentscheidung bis heute nicht bereut.

Als ich die Marauder gekauft habe wusste ich, dass jede heimtückische Bodenwelle bis ins Kleinhirn durchschlägt und der Wendekreis jenseits dem eines 30Tonners mit Hänger liegt.

Wenn jemand sich an so etwas stört, muss er sich ein anderes Motorrad kaufen.

Ich habe in den vergangenen 10 Jahren mit meiner Marauder rund 57.000Km zurückgelegt. Das Motorrad ist für mich zuerst ein Gebrauchsgegenstand. Ich benutze es hauptsächlich, um damit auf die Arbeit zu fahren, habe aber auch schon mehrere Alpentouren mit ihm zurückgelegt. Da die Vogesen nicht weit sind, ich wohne in Saarbrücken, fahre ich auch öfters dorthin. Wer einmal die Route de Cretes gefahren ist, wird gerne wiederkommen..

Kommen wir nun zu meiner Marauder.

Ich hatte noch nie so ein Fortbewegungsmittel wie die Marauder, das über einen so langen Zeitraum und unter allen Bedingungen, ohne jegliche Probleme funktioniert. Ob bei minus 10° oder plus 30°, die Marauder springt immer an. Einmal stand sie, wegen eines Achillessehnenabrisses, 4 Monate in der Garage, ohne jegliche Wartung. Danach Schlüssel rein, Choke gezogen, Benzinhahn auf, Startknopf gedrückt und 20 Sekunden später lief sie wieder, das gute Stück.

Die Originalbereifung war ihr Geld nicht wer. Nachdem ich verschiedene Anbieter probiert habe, fahre ich seit nunmehr 20.000Km Avonreifen und bin damit sehr zufrieden. Ob im Sommer oder Winter, bei nasser oder trockener Straße, im flachen oder im Hochgebirge, die Reifen haften unter allen Bedingungen gut auf der Straße und das beste ist, dabei verlieren sie kaum Profil.

Bei 25.000Km war ein neuer Kettensatz fällig. Ich habe bei Suzuki einen teuren Originalkettensatz erworben. Auch dieser war sein Geld nicht wert. Nach 13.000Km war er nicht mehr zu gebrauchen. Bei e-bay habe ich dann, für wenig Geld, einen Kettensatz der Firma Iris aus Spanien gekauft. Dieser Kettensatz ist Spitze.

Er hat jetzt rund 19.000Km gelaufen und sieht nicht nur fast wie neu aus, er fährt sich auch so.

Der Benzinverbrauch liegt um die 5 Liter. Im Normalbetrieb muss ich immer so bei 200Km auf Reserve schalten und dann gehen rund 10 Liter in den Tank. Bei Schleichfahrt verbraucht sie deutlich unter 5 Liter und beim Heizen über 6 Liter.

Ich tanke immer Super.

Was musste noch ausgetauscht werden? Die vorderen Bremsbeläge, das Motoröl, Zündkerzen und Luftfilter, Bremsflüssigkeit und bei 48.000Km das hintere Schwingenlager. Das war’s. Ansonsten ist an meiner Marauder bis zur letzten Glühbirne alles noch Original. Ich hatte bis März 2007 sogar noch die erste Batterie.

Dann aber musste ich das Motorrad anschieben und eine Neue war fällig..

Und, beinahe hätte ich es vergessen. Bei Km 51.500 viel der linke Spiegel ab???
Einfach so und ohne Vorwarnung. Das Gewinde war oberhalb der unteren Befestigungsmutter durchgerostet???

Ansonsten befindet sich mein Motorrad, bis auf die Verschleißteile, im Originalzustand und man sieht ihm die Spuren von 10 Jahren fahren im Sommer wie im Winter auch an.

Obwohl ich meiner Marauder keinerlei besondere Pflege oder Aufmerksamkeit zukommen lasse, außer die vorgeschriebenen Wartungsintervalle, habe ich mit dem Motorrad noch keines der bei Euch beschriebenen Probleme gehabt.

Ich habe hier und anderswo gelesen, dass die Sitzbank nicht zu gebrauchen wäre. Auch wird oft geschrieben, dass Fahrer die größer sind als 1,70m unbedingt eine vorverlegte Fußrastenanlage benötigen. Diese Aussagen kann ich überhaupt nicht bestätigen. Bei meiner Körpergröße von 185cm habe ich noch nie eine vorverlegte Fußrastenanlage vermisst. Selbst nach einer Tagestour über 6 Alpenpässe hatte ich keine Sitz- oder Rückenbeschwerden. Dafür schmerzte die Kupplungshand und ich war allgemein ziemlich platt. Die Etappe war doch etwas z lang.

Das Einzige was ich ab und an vermisse, ist eine Scheibe, bei längeren Autobahnfahrten. Aber andererseits stärkt das aufrechte Sitzen im Wind die Muskulatur im Lendenwirbelbereich und beugt somit Kreuzschmerzen bei langen Tagesetappen vor. Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz. Als Bandscheibengeschädigter weiß ich, wovon ich schreibe. Seit ich aber aufrecht im Wind Marauder fahre sind Rückenschmerzen bei mir eher selten.


Viele der bei Euch vertretenen Leute haben ihre Marauder umgebaut und es sind sehr schöne Motorräder darunter.

Euch allen Glückwunsch zu den tollen Maschinen.